base [records]

February 11, 2024

The Smiling Buddhas "Non-Places #2" CDR/Digital/K7

Non-Places #2, a beatless ambient album about overcoming monofunctional spaces in urban and suburban areas.

The Smiling Buddhas "Non-Places #2"  CDR/Digital/K7

THE SMILING BUDDHAS "NON-PLACES #2"
label: base
code: 2403-33
release date 9.4.2024
pre-release on Bandcamp 21.3.2024
format: cdr, digital - duration 50 minutes
style: ambient, experimental
digital distribution: Bandcamp, Feiyr
physical distribution: base shop

Tracklist:
1. Make Your Roof Electric - 05:47
2. Dump for Fast Fashion - 04:40
3. Multi-Lane Chaos - 09:11
4. Pacific Waste Vortex - 08:16
5. Harvest on Endless Parking Lots – 06:28
6. Civilization-Empty Spaces – 07:08
7. Time Is Against Us – 08:12

Non-Places #2, a beatless ambient album about overcoming monofunctional spaces in urban and suburban areas.

I can no longer stand this waste of space and resources ("Make Your Roof Electric"), the chaos on the cloning traffic routes ("Multi-Lane Chaos") and these useless, capital and space-destroying parking lots ("Harvest On Endless Parking Lots"). Instead of soil sealing, I would like to see endless, civilization-empty spaces with lush nature again ("Civilization-Empty Spaces") and certainly not a valley full of fast fashion waste ("Dump For Fast Fashion") like in Chile or be stranded in distress on the Pacific Plastic Island ("Pacific Waste Vortex"). Stupid for us, "Time Is Against Us"!

Musik, Electronics: The Smiling Buddhas
Foto, Cover: Wolfgang Dorninger
Non-Places: Introduction to an Anthropology of Supermodernity by Marc Augé

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The Smiling Buddhas "Harvest on Endless Parking Lots" from Wolfgang Dorninger on Vimeo.

Reviews

The Smiling Buddhas »Non-Places #2« Base Records

Während sich »Non-Places« Volume 1 der Smiling Buddhas zunächst nur mit dem Phänomen von monofunktionalen Räumen in urbanen und suburbanen Gebieten beschäftigte, geht es auf »Non-Places #2« um die Überwindung der maximal in Verbindung mit Konsum sozialen Austausch zulassenden Nicht-Plätze. »Music For Airports« von Brian Eno schrieb Flughäfen noch eine irgendwie lieblich-poetische Funktion zu, das ist halt Gebrauchsmusik aus 1978, und 46 Jahre später soll Ambient Music auch mal anecken. »Non-Places«, released im August 2022, ist vergleichsweise noch etwas verträglicher, doch auf »Non-Places #2« stellt sich einiges Unwohlsein ein. Unbehagen sucht einen bereits im Opener Track »Make Your Roofs Electric« heim, wenngleich dies auch als Aufruf verstanden werden könnte, Solaranlagen auf Dächern zu installieren. Jedenfalls tönen die Soundschlieren gefährlich. »Dump For Fast Fashion« oder »Pacific Waste Vortex« bergen Zivilisationskritik und fahren dank ihrer bohrenden Materialität sehr gut ein. Letzterer Track klingt einerseits bedrohlich, andererseits aber auch vital ideensprühend, laut Höreindruck kleine Minizünderkettenexplosionen inkludierend. Gemein ist diesen Nicht-Plätzen auch stete Videoüberwachung, somit kündet »Harvest On Endless Parking Lots« mit unheilschwangeren orchestralen Samples im Finish vom Stehzeug, das in der Regel sehr kurz in Betrieb ist, um von A nach B zu gelangen. Die Platzverschwendung ist enorm, die Trostlosigkeit der Asphaltwüste vor einem Eurospar in Wien Meidling, die selten zu mehr als einem Sechstel verparkt ist, ärgert. Nichts gegen Tulsa, Oklahoma, wo sage und schreibe 50 Prozent der urbanen Fläche für Kfz-Parkplätze bestimmt sind. Schlussendlich wird auf ein beunruhigendes Fadeout zugesteuert. Im düsteren »Time Is Against Us« böllern plötzlich Sounds los, beschleunigen, eine Detonation, Klänge zischen, wirken zerfahren, zersprageln. Möge der*die Hörer*in seine*ihre eigenen Schlüsse ziehen. Die Leitlinie jedenfalls gibt Fadi Dorninger aka The Smiling Buddhas das Buch »Non-Places: Introduction to an Anthropology of Supermodernity« vor. Marc Augé führt uns darin vor Augen, dass diese Non-Spaces, gleich ob Shopping Malls, Hotels, oder Verweilen vor TV, Computer oder Smartphone bewusstseinsverändernd sind. In unserer informationsüberfrachteten Welt nehmen wir zwar etwas wahr, aber nur einen Bruchteil vom Gesamten.

Alfred Pranzl - Skug


THE SMILING BUDDHAS – „Non-Places #2“

Es ist eine Reise an die dunklen Orte dieser Welt, die Experimental-Elektroniker WOLFGANG DORNINGER auf seinem neuem THE SMILING BUDDHAS-Album „Non-Places #2“ (base records) unternimmt.

Wolfgang Dorninger sehnt sich nach einer Welt, die naturbelassen und unberührt ist, in welcher der Raum tatsächlich Weite bedeutet und nicht von Menschen verändert und in funktionale Einheiten aufgeteilt ist. Kaum noch findet man Ökosysteme, die nicht beeinträchtigt sind: Wälder werden gerodet, das Meer ist mit Plastik vermüllt, die Flüsse sind verschmutzt, die Städte werden zubetoniert, und kostbarer Boden wird durch den Bau immer weiterer Einkaufszentren samt dazugehörigen großflächigen Parkplätzen und Straßen versiegelt. Die Zukunftsaussichten sind düster, die große Hoffnung, dass sich an all diesen Dingen irgendetwas ändert, keimt nicht auf, und so zeigt sich auch das neue The Smiling Buddhas Album nicht als großes Werk des Optimismus.

Musikalisch beschreibt Wolfgang Dorninger diese ihn verzweifeln lassenden Entwicklungen in einer experimentellen, elektronischen und beatlosen Ambientsprache, die sich im Grunde ohne vorhersehbare Struktur vermittelt, dafür aber umso mehr Atmosphäre entwickelt. Die Stücke auf “Non-Places #2” ähneln eher sich ständig wandelnden Klangzuständen und -ereignissen, als dass sie wirklich klaren Linien und Mustern folgen. Die klanglich kühlen und maschinell wirkenden Soundflächen legen sich wie ein Schleier über das Geschehen, sie schaffen eine bedrückende Grundstimmung, aus welcher sich da und dort immer wieder Andeutungen rhythmischer Frequenzen, elektronischer Klangexperimente, Störgeräusche und kleinste Spurenelemente von Melodien ihren Weg an die hörbare Oberfläche bahnen.

Die Stücke von The Smiling Buddhas haben insgesamt etwas sehr Filmmusikalisches an sich, sie regen die Vorstellungskraft stark an und malen ein beklemmendes Bild einer technologisierten, düsteren Welt, in der die Zeit für den Menschen abzulaufen scheint. Ein fesselndes Hörerlebnis der etwas anderen Art.

Michael Ternai - MICA


THE SMILING BUDDHAS Non-Places #2 (base 2403-33, CDr)

Nicht-Orte – so hat Marc Augé mono-funktional genutzte Flächen im urbanen und suburbanen Raum in ihrer gesichtslosen Austauschbarkeit genannt. Manche sehen Anzeichen, dass die Generation 'Selfie' der Ent-Ortung begegnet mit narzisstischer Monomanie. Musikalisch wurde das schon in den 90ern bei Bernd Friedmann und Nonplace Urban Field, mit einer 'Language of Love'. Just Dance & Trance scheinen jedenfalls nicht die Lösung zu sein angesichts wachsender Mülldeponien ('Dump For Fast Fashion'), ozeanischer Plastik-Besudelung ('Pacific Waste Vortex'), weiterer Autobahnknoten ('Multi-Lane Chaos'), von mehr Parkplätzen ('Harvest On Endless Parking Lots'). Es hat sich ausgeboomt, Baby, das Generationen-Alphabet ist so verbraucht wie der ganze Planet, und der Last Generation ist zumute wie Howard Beale (in „Network“): Things have got to change. But first, you've gotta get mad!... You've got to say, 'I'm as mad as hell, and I'm not going to take this anymore!' Bei Agamben sind Gedanken die Ausgeburt träumender Furien ('Furore che sogna'). Wolfgang Dorninger schwankt noch zwischen konstruktiv: 'Make Your Roof Electric'. Und Tabula rasa: 'Civilization-Empty Spaces'. Die Zeit wird knapp ('Time Is Against Us'), um „Nach uns die Sintflut“ zu begreifen als „Die Wüste wächst“. Um denselbstzerstörerischen Eigensinn zu überwinden durch die Beharrlichkeit des weichen Wassers, das in Bewegung mit der Zeit den mächtigen Stein besiegt, die in diesem beatlosen Environment mitschwingt: Du verstehst, das Harte unterliegt. Wobei da zu sanftem Dröhnen und orchestraler Wehmut schon auch diskante Schleifspuren ertönen und Schrauben knarren. Die Klang-Welt leidet und droht zu entgleisen, beklemmendes Pfeifen und murrendes Pulsen übertönen dissonante Pianistik. Abwärts fallende Schläge gehn einher mit grollendem und flattrigem Sound, das Piano läutet wie eine Vineta-Glocke. Drones zittern und beben, ein Nebelhorn warnt, eine Dröhnwand wabert, Störungen bratzeln, knarren, ratschen, eine Dröhnspur brummt und vergeht. Manisch wird am Weltenbaum gesägt, mehr Boden versiegelt, und zu rhythmischem Schwallen und Schleifen mischt sich wieder das Sägen. Furzend, grollend, mit pingenden und dumpfen Schlägen und den Schreien von Verdammten entsteht ein zähes, rabiat durchkreuztes 'Ambiente' mit den höllischen Zügen von Isengart. Wenn der Aufruhr sich legt, bleiben ein ungutes Brummen, katakombisches Tropfen und Kaskaden, die sich ins Leere wellen. Bis plötzlich mit einschlagenden und aggressivem Beats und stoßendem Andrang ein Ende mit Schrecken dem Schrecken ohne Ende an den Kragen geht. [BA 123 rbd]

Rigobert Dittmann - Bad Alchemy 123