Dorninger "Gott ist ein DJ"

2000, May

Music for a brilliant theatre play by Falk Richter!

Music for the theatre play "Gott ist ein DJ" by Falk Richter - a cooperation between AEC - Museum of the future and Landestheater Linz.

Music: Wolfgang Dorninger
Director: Alexander Leiffheidt
Video/cover: Rachel de Boer
Set-Design: Andreas Thaler
Costums by BLUMA

CD: Sold OUT!

code: 0047

format: CD

Info (German):

GOTT IST EIN DJ von FALK RICHTER
Premiere Freitag 5. Mai 2000, Ars Electronica Center, Sky Media Loft

Zwei Menschen in einem Raum. SIE ist Videokünstlerin - ER ist DJ. Ihr neuestes gemeinsames Projekt: Das eigene Leben. Die Privatwohnung wird zur Kunstfläche, der "Abend zuhause" zum Theaterabend. Kochen, Streiten, Sex und Lebensphilosophie: Nichts, was der Linse, dem Mikrofon oder dem Auge des Besuchers verborgen bliebe. Vor laufender Webkamera wird jedes Detail performt und vermarktet - das Ich als Showstar. Aber wenn alles zur Performance wird, wo bleibt dann das Leben? Was passiert, wenn die zahllosen Abbilder des Selbst ein Eigenleben entwickeln, wenn das Ich sich in der Aufsplitterung zwischen ihnen allmählich verliert? Die Grenzen zwischen Realität und Simulation beginnen zu fließen: SIE und ER zwischen Sehnsucht und Angst, Gier und Gelassenheit, im Inferno der Selbst-Performance. GOTT IST EIN DJ ist eine Koproduktion des Landestheaters Linz und des Ars Electronica Centers --- ein Projekt der wechselseitigen Grenzüberschreitung, der Suche nach Berührungspunkten zwischen Theater, Internet, Sound und Videokunst. Ein wesentliches Element des Gesamtprojekts ist daher die eigene Webplattform http://dj.aec.at: Hier leben die Figuren weiter, wenn die Schauspieler sich von ihnen getrennt haben, hier setzt sich die Kommunikation zwischen Schauspieler und Theaterbesucher als Interaktion zwischen Web-Video und User fort.. Die Raumkonzeption greift das System der Ausgesetztheit und Souveränität der Figuren, der fließenden Grenzen zwischen Simulation und Wirklichkeit vielfältig auf und verläßt dabei bewußt die Abgeschlossenheit des herkömmlichen Theaterraums. Das SKY MEDIA LOFT im obersten Stockwerk des ARS ELECTRONICA CENTERS wird so zur gläsernen Arena. Linz bleibt als realer Ort der Aufführung dabei ständig präsent: Geräusche und Ereignisse der Straße fließen als mögliche Störungen in das System der Inszenierung ein. Videobilder, von fünf Beamern unmittelbar auf Glasflächen, Zuschauer und Akteure projiziert, ergänzen, ersetzen oder verarbeiten den realen Input. So entsteht eine nur zum Teil kalkulierte Bildästhetik der multiplen Brechungen und Spiegelungen, die die Thematik des Projekts in ihrer eigenen Sprache aufgreift. Neue Medien bestimmen zunehmend unser Leben - GOTT IST EIN DJ von Falk Richter ist eines der ersten Stücke, mit denen diese Erfahrung das Theater erreicht. Die Österreichische Erstaufführung in Linz will die aktuelle Thematik zur konsequenten Erweiterung der Form benutzen, will neue Synthesen zwischen theatralischen und elektronischen Ausdrucksmitteln schaffen. Theater hat die Kraft des Realen - im Zeitalter des Virtuellen kann es damit eine wichtige Rolle erreichen, wenn es gelingt, die Meta-Sprache theatralischer Darstellung um die neuen Vokabeln unserer Realität zu erweitern.